Umzug Nr. 1

Krefeld – München – Karlsruhe – Paris 1 – Paris 2 – Krefeld in 60 Stunden… 2050km… Und wo soll ich nun anfangen?
Am besten vorne, was? Mein bester Freund ist glücklicher Besitzer einer wunderbaren Wohnung in Paris. Sogar mit Blick auf den Eifelturm. Schönheitsfehler an der Bude: Sie ist zu klein. Also hat er sich nach einer größeren, aber trotzdem bezahlbaren Bude umgesehen und ist dabei sogar wider Erwarten fündig geworden. Also haben wir einen Riesenumzug organisiert, der sämtliche in Deutschland verteilten Möbel und Klamotten (s.o.) in Paris zentralisieren sollte. Das so eine Aktion nicht reibungslos verlaufen kann, versteht sich von selbst…
Gleich zu Beginn das erste Problem: Der gemietete LKW war viel zu groß – anstatt eines kleinen Mercedes Vito saß ich in einem Noname-7,5-Tonner… Naja, jedenfalls fast 7,5-Tonner… Aber definitiv zu groß. Dummerweise musste ich das blöde Ding in Duisburg abholen und ich wusste auch nicht vorher, was ich eigentlich bekommen würde – daher bin ich schön dumm mit der Riesenkiste losgefahren… Um eine Stunde später, nachdem er mit den Krefelder Möbeln bepackt und ich hinter Düsseldorf auf dem Weg nach München war, wieder zu wenden und den LKW zu tauschen… Ich hatte schließlich noch nicht genügend Zeit dabei verloren, als ich eigentlich den Laster auf dem Weg von Gladbeck nach Krefeld „mal eben“ in Duisburg abholen wollte, aber dummerweise die notwendige Vollmacht nicht mit zu meiner Freundin genommen hatte…
(Bis hierhin mitgekommen???)
Mitlerweile war es statt der geplanten 9Uhr 11Uhr morgens, als meine Freundin und ich uns auf den Weg nach München machten… Was soll ich sagen? Die Fahrt verlief doch glatt reibungslos, irgendwas mussten wir falsch gemacht haben… Wir kamen gegen keine Ahnung in Munich an und haben ziemlich direkt gesehen, warum die Fahrt gut gehen musste: soviel Zeug, wie wir in den Vito packen sollten/wollten – unmöglich… Naja, jedenfalls beinahe… Irgendwie haben wir es geschafft, in den Vito neben unzähligen Umzugskartons ein Wasserbett (2.20mx1.60m), eine Schlafcouch, einen Risentisch, 2 2m-Palmen, ein Paar Mordsboxen und Unmengen von anderem Kram (z.B. die RiesenReiseTasche meiner Freundin, in der neben Ihren Klamotten für 60 Stunden meine Sachen, bestehend aus Deo, Duschgel, Zahnbürste, und einem Satz frischer Klamotten, mit Müh und Not Platz gefunden hatten) zu Stopfen. Ich bin der Überzeugung, den Laderaum des Fahrzeugs hätte man nur mit Tennisbällen besser füllen können (so haben wir lediglich einen geschätzten Füllungsgrad von 98% erreicht).
Also noch am Freitag abend flink nach Karlsruhe, Zwischenstation zum Schlafen… Warum hier nichts Aussergewöhnliches passiert ist, kann ich nicht erklären. Jedenfalls an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an O. nette Bekannte, ich glaube B., für Ihr Gästezimmer… Am Samstag morgen haben wir uns in aller Frühe auf den Weg nach Paris gemacht. Spätestens hier angekommen waren wir glücklich darüber, daß das Packen des Transporters zwar ein Problem war, das aber in keinem Verhältnis stand zu den Problemen, die wir in einem vollkommen überfüllten Paris mit einem 7,5-Tonner gehabt hätten…
Der wesentliche Schönheitsfehler der neuen Wohnung: Man hat zwar auch einen wundervollen Blick auf den Eifelturm, allerdings vom 6. Stock eines Altbaus – 114 abgetretene Holzstufen in die Höhe. Kein Wunder, das O. in zwei Möbelpacker investiert hat, um die schweren Sachen hochzutragen. Den ersten Blickkontakt mit den beiden Jungs musste natürlich ausgerechnet ich haben, der einzige von uns, der kein Wort französich spricht… Und die Typen sahen aus wie entflohene Schwerverbrecher… Mit einem nervösen Zupfen am Hemdsärmel und den Worten „Du, ich glaube, die wollen zu Dir“ machte ich O. auf die Ankunft seiner „Schlepper“ aufmerksam… Später stellte sich heraus, das ich nicht ganz unrecht hatte mit meinem Eindruck, denn einer der beiden hat 3 Jahre als Söldner gearbeitet neben diversen anderen Jobs auf Ölbohrinseln z.B.. Er soll allerdings infolge dessen, weil er soviel erlebt hat, ein sehr netter und interessanter Gesprächspartner gewesen sein – leider nicht für mich (s.o.)
Nach mehreren Stunden hatten wir dann sämtliches Mobiliar nach oben und zwischendurch einen der Träger geschafft – er hat sich verhoben bzw. so eine Art Leistenbruch zugezogen…dumm geschleppt…
Am Sonntag haben wir lediglich noch lange geschlafen und sind zu viert Essen gegangen, bis sich meine Freundin und ich gegen 16Uhr wieder an den Heimweg gemacht haben… Hier konnte ich nur noch den Beweis antreten, daß Visa-Karten mit Foto totaler Quatsch sind, denn ich hatte keine Probleme, O. V.-K. an der Peache-Station zu benutzen. Also: spart Euch das Geld für das Foto…

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