Ok. Heute ist Aschermittwoch, angeblich ist dann (zum Glück) eh alles wieder vorbei und dementsprechend bin ich spät dran. Da ich aber mal wieder ein paar Tage krank war, komme ich halt jetzt erst dazu, meinen tiefsinnigsten Gedanken zum Thema Karneval zu veröffentlichen.

Bewusst geworden ist mir dieser Gedanke bereits am Donnerstag, Aalwiewer, morgens im Büro im Gespräch mit einem karnevalsbegeisterten Kollegen. (Genau genommen glaube ich, dass er sich schon heute Abend auf das nächste Altweiber freut. Noch genauer genommen bin ich mir sicher, dass die fünfte Jahreszeit für ihn ruhig 51 Wochen im Jahr andauern könnte. Sei es wie es ist)

Den ganzen Vormittag über musste ich mich schon zurückhalten, um nicht spontan auf den gegenüberliegenden Aktenschrank zu klettern, um den nur von dort aus erreichbaren Lautsprecher abzureissen, aus dem schon seit 7:30 Uhr der Lokalsender die wunderbare erwartete “Musik” dröhnen ließ. Auf die rhetorische Frage, ob ich ein Problem mit dieser “Musik” hätte, sprudelte dann völlig unkontrolliert folgende Aussage aus meinem Mund, die es für meine Verhältnisse erschreckend genau auf den Punkt brachte:

Mir bereitet es überhaupt keine Probleme, dass Besoffene leicht alkoholisierte Menschen in den absurdesten Klamotten irgendwelchen Kostümen wild taumelnd schunkelnd Karnevalslieder mitgröhlen mitsingen.

Was mir aber wirklich Angst bereitet ist die Überlegung, welche Menschen sich den Rest des Jahres nüchtern (?) an ihre Instrumente begeben und derartige Lieder (im konkreten Fall war es der “Strassenbahn Song” mit dem bezeichnenden Text “Mer fahren mit d’r Straßebahn noh hus” der Liedermacherin¹ Marie-Luise Nikuta aus dem Jahr 1979) komponieren…

¹ Interessant Amüsant finde ich dann noch im Nachhinein die Textstelle in der Wikipedia am Ende des zweiten Absatzes der Erklärung zu “Liedermacher”: “Auch wenn die Aufführung gelegentlich mit einer Begleitband erfolgt, liegt meist großes Gewicht auf dem anspruchsvollen, oft witzig-kritischen Text.”