AntiKinderPornoGesetzEntwurf

Da ich in meiner Umgebung ohnehin nur von Nichtsahnenden umgeben bin, die bei dem Zensurentwurf ohnehin nur dem Denkschema „Kinderpornogaphie? Klar, kein Problem, find ich gut dass die das verbieten wollen“ verfallen sind, greife ich hier einmal einen schönen Vergleich auf, den ich bei Nerdcore entdeckt habe. Ursprünglich stammt er jedoch von Alvar Freude, Vorstand des Fördervereins Informationstechnik und Gesellschaft. Vielleicht verstehen es einige so besser…:

Man stelle sich vor, ein Zeitungskiosk würde verdächtigt, Kinderpornographie zu verkaufen.

Die Bundesregierung würde ein Gesetz beschließen, großräumig Straßensperren an allen Zufahrtsstraßen zu diesem Kiosk aufzustellen. Versierte Nutzer, nämlich Fußgänger, könnten den Kiosk zwar weiterhin erreichen, aber die Bundesregierung behauptet, die Straßensperren würden den Zugang erschweren. Und die Behinderung des normalen Straßenverkehrs sei nicht so schlimm, schließlich würden dadurch Kinder gerettet.

Hier ist jedem klar: Die Maßnahme ist unverhältnismäßig und besser wäre es, den Kiosk zu schließen und den Ladenbesitzer zur Rechenschaft zu ziehen.

Ähnlich verhält es sich mit den geplanten Internet-Sperren. Da die Verbreitung über Server in den USA und Westeuropa einschließlich Deutschland geschieht, wäre es ein Leichtes, diese abzuschalten, anstatt eine unwirksame Sperre zu erzwingen. Wir fordern daher die Bundesregierung auf, die Bedenken der Experten endlich ernst zu nehmen und effektiv gegen Kindesmissbrauch vorzugehen anstatt internetfeindliche Symbolpolitik zu betreiben.

(Nachzulesen in der Pressemitteilung vom Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur)

Dazu passt auch, wie ich finde, dieser Kommentar:

Liebe Politix…

2,5 Millionen Kinder in Deutschland leben in Armut und nicht auf pornographischen Seiten!
Prioritäten = ?

Übrigens war die erfolgreiche Online-Petition Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten bereits in der Tagesschau:

Und wer sich wirklich schlau machen möchte: Hier gibt es die Pressemappe des Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur als PDF-Datei und den Gesetzesentwurf, ebenfalls als PDF-Datei. (beides via blog.odem.org)

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